Das erste Mal zum Feldberg

Viel motivierender als irgendeine Kilometerzahl ist meist das Erreichen eines bestimmten Ortes. Der Feldberg stellt nicht nur optisch ein schönes Ziel dar, das dir die Orientierung erleichtert, auch der Weg dorthin ist mit den passenden Wetterbedingungen für einen Piloten mit wenig Streckenflugerfahrung zu meistern. Der perfekte Tag hat keinen oder nur einen schwachen Wind aus Südwest, moderate Thermik und kleine Cumuluswolken. Auf dem größten Teil des Weges dorthin hast du gute Landemöglichkeiten. Am besten machst du dich bereits vorher mit möglichen Landeplätzen im Tal von Marzell, Wies und Neuenweg vertraut. Achte dabei besonders auf Hindernisse wie Stromleitungen und den herrschenden Talwind.

Dieser Beitrag zeigt dir eine Route mit leicht zu findenden verlässlichen Thermikquellen. Am passenden Tag fühlt es sich mitunter an wie Busfahren – von einer Thermikquelle zur nächsten.

Vom Blauen zum Köhlgarten

Bevor du vom Blauen losfliegst solltest du idealer Weise bis auf mindestens 1600 Meter aufgedreht haben (Luftraum beachten!). Mit dieser Höhe fliegst du am Rand des Marzeller Tals entlang nach Osten. Dabei hältst du dich über dem Hauptgrad. An einem guten Tag wirst du auf diesem Weg immer wieder auf Thermik stoßen. Spätestens vor dem Verlassen des Tals solltest du nochmals aufdrehen. Findest du am Talende einmal nicht genügend Aufwind biegst du besser nach Süden ab und suchst dort über dem Grad weiter. Sollte dir hierzu der nötige Abstand über dem Gelände fehlen fliegst du besser nach Marzell zum Landen. Mit ausreichender Höhe folgst du dem Grad weiter nach Osten bis an den Köhlgarten. Dies ist der höchste Berg vor dem Belchen.

Grundsätzlicher Tipp:  Wie du auf der Geländekarte gut erkennen kannst, befinden sich die besten Thermikquellen in der Regel an Stellen an denen mehrere Gräten zusammenlaufen. Je größer die sonnenbeschienen Flächen sind die diesen Punkt mit aufsteigender Luft versorgen, umso besser und zuverlässiger funktionieren sie. Dies ändert sich meist nur durch stärkeren Wind oder wenn diese Stellen durch Bewölkung abgeschattet werden. Daher macht es in der Regel Sinn wenn du deine Route entlang der höchsten Geländestellen legst. Solltest du einmal tief kommen folgst du dem abfallenden Grat.

Der Sprung an den Belchen

Am Köhlgarten findest du die beste Thermik meistens im Bereich des Gipfels oder bereits auf dem Anflug dorthin. Hier solltest du auf 2000 Meter oder mehr aufdrehen können. Mit dieser Höhe stellt der Sprung an den Südostgrad des Belchen kein Problem sein. Kommst du doch tief ist es besser in der Talmitte bei Neuenweg zu landen, denn das folgende kleine Tal von Böllen bietet kaum Landemöglichkeiten. Solltest du es über den Südostgrad schaffen und dort keinen Aufwind finden folgst du diesem Grad abwärts in Richtung Schönau.

Tipp zum Belchen:  Den Belchen fliegt man am besten im Osten oder Westen an. Versuchst du gerade auf den Gipfel oder die sonnige Südseite zuzuhalten, kommst du vor dem Erreichen oft in starkes Sinken. Das hat vermutlich damit zu tun, dass die Thermik bevorzugt am Ost- und Westgrad abreißt und weniger über dem Belchengipfel. Daneben gibt es südlich des Belchens Ausgleichsströmungen zwischen dem Wiesental und dem Münstertal.

Entlang des Wiesentals zum Feldberg

Wenn du am Belchen wieder Höhe hast querst du den Taleinschnitt nach Nordosten und hälst dich dort über dem höchsten Gelände. Am Rand des Wiedener Tals steht in der Regel der nächst gute Bart, der dir die Querung zum Almgasthaus Knöpflesbrunnen erlaubt. Solltest du beim Ankommen dort noch sehr viel Höhe haben kannst du auch gleich weiter Richtung Todtnauberg fliegen. Sobald du den ersten Bart gefunden hast, kannst du dich Stück für Stück das Tal entlang weiter zum Feldberg vorarbeiten.

Am Boden zurückkommen

Bei einer Landung im Wiesental ist es am einfachsten dich per Bus oder trampend nach Wembach (nächster Ort südlich von Schönau) zu begeben. Von dort führt eine Straße über Neuenweg nach Badenweiler. Hast du es fliegend über den Feldberg geschafft, kannst du vom Titisee, vom Schluchsee oder von Neustadt aus den Zug nach Freiburg nehmen. Bist du in Todtnau gestrandet, könntest du auch versuchen zum Startplatz des Schauinsland zu trampen, um deinen Flug von dort fortzusetzen.

Hier noch ein schönes Beispiel aus dem DHV-XC für einen Flug zum Feldberg und zurück. Moritz nahm auf seinem Weg einige unfreiwilliege Umwege, unter anderem einen wenig erfolgreichen Abstecher über den Belchengipfel. Nach einigem Suchen hat er dann erfolgreich an mehreren, der in diesem Beitrag beschriebenen, Thermikstellen aufgedreht.

Tipp für Frühaufsteher:  Die hier beschriebene Route führt entlang vieler Ost- und Südosthänge und ist daher auch die beste Variante für einen sehr frühen Flug zum Feldberg. Je nach Wolkenbild kann am Knöpflesbrunnen mitunter eine Querung des Wiesentals nach Osten zum Hasenhorn die bessere Variante sein.

3 Kommentare zu „Das erste Mal zum Feldberg“

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